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Finger weg von kolloidalem Silber! - Uli - 30.03.2006 „Kolloidales Silber“ kuriert angeblich zahlreiche Arten von Infektionen und Entzündungen, Allergien, Diabetes, Ekzeme und vieles mehr. Stimmt das wirklich? Die in München erscheinende Fachzeitschrift ÄRZTLICHE PRAXIS befragte dazu den Arzneifachmann Dr. med. den Clemens Mittmann, tätig am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Mittmanns Statement in Auszügen: „Kolloidales Silber nennt man Zubereitungen, die mikroskopisch nicht sichtbare Teilchen metallischen Silbers enthalten. Die Vertreiber des ‘Nahrungsergänzungsmittels’ preisen es als Wundersubstanz an, die selektiv ,viele Arten von Mikroben, Viren und Pilzen’ abtöten könne, ohne ,freundliche Bakterien’ zu schädigen. Oft wird auch eine – nirgendwo belegte – Immunschwäche durch Silbermangel angeführt, die angeblich gar zu Karzinomen führen könne.... Für keines der genannten Einsatzgebiete gibt es einen Wirksamkeitsnachweis.... Fest steht, dass Silber-Zubereitungen keineswegs nebenwirkungsfrei sind. Die chronische Einnahme kann zu einer quasi irreversiblen Einlagerung von Silbersalzen in Schleimhäute und die Haut führen. Aber auch in Gefäßen und inneren Organen wie Leber, Nieren, Milz und im Zentralnervensystem lagert sich Silber ab. Dies kann unter anderem zu chronischen Oberbauch-Schmerzen und zentralnervösen Erkrankungen wie Geschmacks- und Gangstörungen, Schwindel oder Krampfanfällen führen. Gewarnt werden muss vor der Einnahme vor allem während der Schwangerschaft. Denn den Ergebnissen einer amerikanischen Studie zufolge ist es nicht auszuschließen, dass bereits geringe, mit dem Trinkwasser aufgenommene Silbermengen, ein Risiko für Fehlbildungen des Kindes darstellen. ... Folglich muss man also vor der Einnahme solcher Silber-Zubereitungen warnen.“Dr. med. Clemens MittmannFA für Klinische Pharmakologie, FA für Pharmakologie und ToxikologieInstitut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und ToxikologieUniversitätsklinikum Hamburg-EppendorfMartinistr. 5220246 Hamburg http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/artikel/1050067611/gz/ernaehrung Ein Patient drückte uns eine Produktinformation zu kolloidalem Silber in die Hände mit dem besonderen Hinweis, dass es ein völlig nebenwirkungsfreies, gut wirksames Antibiotikaersatzmittel sei. Es hatte ja eine Marktzulassung vor 1938. Wie ist die Datenlage zum kolloidalen Silber? Was wissen Sie über dessen Wirksamkeit? Welche Studien existieren hierzu? Dr. med. S. WILD (Facharzt für Allgemeinmedizin) D-78333 Stockach Interessenkonflikt: Keiner Zubereitungen mit kolloidalem Silber enthalten Silberpartikel von wenigen tausendstel Millimetern. Sie werden nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzungsmittel und meist als Tropfen oder Tabletten angeboten. Nach Untersuchungen der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA überschreitet der tatsächliche Silbergehalt in einigen Produkten die angegebenen Mengen um bis zu 24% (1). Nach den zahlreichen Interneteinträgen sollen die Mittel nicht nur gegen virale, bakterielle oder parasitäre Infektionen wirken, sondern selbst bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie AIDS oder Krebs. Die Versprechungen – die für Nahrungsergänzungen unzulässig sind – lassen sich mangels Daten nicht nachprüfen (vgl. a-t 2001; 32: 49-50). Wir finden keine randomisierte klinische Studie zur Wirksamkeit von kolloidalem Silber. Dem unbelegten Nutzen stehen bei längerfristiger oraler Einnahme erhebliche Risiken entgegen. Am bekanntesten ist Argyrie, eine irreversible schiefergraue Verfärbung von Haut und Schleimhäuten durch Einlagerung von Silbersalzen. Geschmacksstörung, Geruchsempfindlichkeit sowie zerebrale Krampfanfälle sind beschrieben (2,3). Nach Ergebnissen einer epidemiologischen Studie ist eine erhöhte Missbildungsrate bei Neugeborenen durch Silberaufnahme der Mutter während der Schwangerschaft nicht auszuschließen (4). Wegen beträchtlicher Risiken und unbelegten Nutzens raten wir von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit kolloidalem Silber ab. Herstellerangaben, die die angeblich unbedenkliche Anwendung sogar für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder propagieren, sind unverantwortlich, –Red. 1 BARRET, S., Quackwatch; Colloidal Silver: "Risk without Benefit" http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/PhonyAds/silverad.html 2 FUNG, M.C., BOWEN, D.L.: Clinical Toxicology 1996; 34: 119-26 3 OHBO, Y. et al.: Psychiatry Clin. Neurosci. 1996; 50: 89-90 4 ASCHENGRAU, A. et al.: Arch. Environ. Health 1993; 48: 105-13 http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0210_a.php3 http://de.wikipedia.org/wiki/Oligodynamie http://de.wikipedia.org/wiki/Kolloidales_Silber http://www.redecke.de/michael/silber.htm Finger weg von kolloidalem Silber! - V2Martin - 31.03.2006 Zitat:Sie werden nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzungsmittel und meist als Tropfen oder Tabletten angeboten.Ja, und genau da liegt der Hund begraben: Nahrungsergänzungsmittel muessen keine Pruefung standhalten, man koennte auch Saegemehl als solches anbieten, ohne gleich im Gefaengnis zu landen. (belehrt mich bitte, wenn's nicht stimmt!) Zitat:Wegen beträchtlicher Risiken und unbelegten Nutzens raten wir von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit kolloidalem Silber ab.Ich schliesse mich an - Silber ist eigentlich fast ein Schwermetall - und es hat in der Ernaehrung des menschen ebensowenig verloren wie Blei und Kuhmilch. Viele Gruesse, Martin |