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Zitat:Gesundes Brot erzeugt gesunden Strom
Münchner Bäcker entsorgt allabendlich seine Produkte im Müll, weil seine Kunden stets die ganze Auswahl möchten
?
Dass unsere Gesellschaft an Luxus erkrankt ist, lässt sich an winzigen Symptomen ablesen, an kleinen Geschwüren in unserem Alltag. Im Münchner Norden zum Beispiel eitert so eine winzige Beule im Hinterhof einer Bäckerei, einer der letzten, die in privater Hand ist, mit einem echten Bäckermeister am Ofen und ohne starke Kette als Arbeitgeber.
http://www.sonntagsblitz.de/artikel.asp?...66&kat=237
Wie Recht? der Autor doch hat:
Doch, die Welt ist krank
Uli? >
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Der Kunde ist König........
.....Koste es, was es wolle!
Heute in aller Früh`angeregtes Gespräch in unsrer „kleinen“ Bäckerei..........
Der Autor hat nicht „alles“ erzählt : dass nämlich von der Innung ein Schreiben losgeschickt wurde, dass auch 5 Minuten vor Ladenschluss das gesamte Angebot noch vorhanden zu sein hat! Um dann auf der letzten Seite die Schwierigkeit der „Entsorgung“ zu erwähnen........ >
Ja geht`s? noch?
Grade kleine Bäckereien haben eher „Stammkunden“, weniger Laufkundschaft. Und dann kann ich doch bestellen, wenn ich es zeitlich nicht schaffen sollte......
Ich könnt` mich da soooo aufregen!
Und weil wir schon grad` beim Bäcker sind : Inhaltsangabe von Roggenbrötchen ( die der Bäcker? tiefgekühlt und fertig bekommt....)
Wasser, Roggenmehl, Weizenmehl, Backmittel ( Roggenmehl, Weizenkleber = Gluten, getrockneter Roggen-Natursauerteig, Roggenmehl, Anstellgut* ) , jodiertes Speisesalz, Weizenspeisekleie, Weizenmalzmehl, Traubenzucker, Süßmolkenpulver, Zucker, Hefe, Gewürze
· kann Spuren von Ei, Erdnüssen, Schalenfrüchten, Lupinen, Soja und Sesam enthalten*
· Anstellgut: http://www.lebensmittellexikon.de/a0000760.php
Wohl bekomm`s!
Uli
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24.03.2009, 04:11
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.03.2009, 18:52 von Bolek.)
Hallo, Uli,
ein kleiner Gruß von jenseits der
"Ostzonensuppenwürfelgrenze"
also in meinem Bioladen, der von mehreren regionalen Bäckern beliefert wird, ist das Backwarenregal kurz vor oder auch nach Ladenschluss (oft schaff ichs nicht eher) meist recht, manchmal ganz leergefegt. Und das finden alle (ich auch) ganz normal so. Brot vorbestellen, wie du schreibst, geht bei uns auch.
Ich hoffe mal, die von dir zitierte "Vorschrift"
Zitat:dass auch 5 Minuten vor Ladenschluss das gesamte Angebot noch vorhanden zu sein hat!
spricht sich nicht rum....oder gilt nicht überall.
Ist deine Innung vielleicht nur für Bayern zuständig? Dass solche konsumistischen Übertreibungen "nur" ein bayerisches Problem sind? *hoff* (aber natürlich schlimm genug)
Wenn ich so meine Klischeevorstellungen bemühe, dann würd ich sagen, dass München von der "Luxuskrankheit" schon arg gebeutelt ist. Obwohls da auch viele Arme gibt. Abseits der Maximilianstraße.
Kunden, die nicht König, sondern nur Mensch sein wollen, gibt es mehr, als die Werbung glaubt.
Ich glaube, eine Rückbesinnung auf >>früher<< oder auch >>den Osten<<, wäre manchmal zur Abwehr des konsumistischen Wahns gar nicht schlecht.
Es ist auch wichtig, dass die Bäcker selber backen und Backwaren nicht überall gleich schmecken. In meiner Heimatstadt in einer strukturschwachen ländlichen Gegend ist ein alteingesessener Bäcker mit etlichen Filialen in der Region heute der größte Arbeitgeber. Weil einfach alles schmeckt, was der bäckt.
Zwischen so einem Bäcker im traditionellen Sinne und den neumodischen "Backshops" mit Tiefkühlbrötchen und steriler Selbstbedienung liegen wirklich Welten.
In den 90er Jahren habe ich längere Zeit in Böhmen gelebt. Dort haben abgepackte Backwaren aus Großbäckereien, die man z. B. in Prager Supermärkten bekam, wunderbar natürlich geschmeckt. Ein Unterschied zu den Erzeugnissen westdeutscher Großbäckereien wie Tag und Nacht. Leider ist es schon einige Jahre her, dass ich zuletzt da war, sodass ich nicht sagen kann, ob sich die tschechische Backtradition bis heute gehalten hat.
Ich fand das schon damals bemerkenswert. Die tschechischen Großbäckereien bewiesen doch, dass abgepackter, in großen Mengen hergestellter Kuchen nicht so widerlich süß schmecken muss wie von der Westfirma B... aus der Fernsehwerbung.
Bolek
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Huhu Bolek!
Aaaalso: ich weiß von diesem „ Innungsschreiben“ nur von Bayern.....ich weiß leider nicht, ob das eine „bundesweite“ Aktion war/ ist! ???
Unabhängig jedweder „politischen Fraktion“ ( egal, ob Wessi / Ossi - kapitalistisch/ kommunistisch ) : der „ xunde Menschenverstand“? sollte da doch auch ein gehörig Wörtchen mitzureden haben –oder? ;Dn ???
In Zeiten, in denen „ Grundnahrungsmittel“ rarer werden – und Energiekosten um so größer werden, dürfte dieser „ Rundbrief“ sich selbst völlig ad absurdum geführt haben – oder ??????
( Zur Beruhigung: unser „ Wessi- Bäcker“ macht dieses Spiel absolut nicht mit.....).....aber die „ Konkurrenz“ der Backbuden & Co schon! ( Chemiesemmeln und – brot bis abends..........->.Die Leut´ kapierens` einfach nicht......)
Und – lieber Bolek: Fürth hat nun wirklich keinen „ Münchner Speckgürtel“.............. ;D( die meisten Münchner wissen gar nicht`mal , wo Fürth überhaupt liegt )............Es ist wohl eher „ unsre Gesellschaft“ ( egal, ob? nun West -oder Ost-orientiert!!!!) Es ist einfach „ in“, zu jeder Zeit alles haben zu können.......... _ d a s_? ? dürfte das Hauptproblem sein –im Westen wie im ( ehemaligen) Osten!!
Eine „ Rückbesinnung“ auf ältere Zeiten ( auch hier wieder völlig „wurscht“, ob Ost oder West!!!!) , wo Nahrungsmittel noch als solche angesehen wurden – das wäre doch vielleicht eine Option!
Jetzt werde ich (? bestimmt) polemisch: Diejenigen, die Grundnahrungsmittel erzeugen, sind „ unsre Nachbarn“( wenn? nicht gar unsre Vorfahren/? Verwandten ) Dieses Wissen allerdings verliert sich in unsrer Zeit/ Gesellschaft ! Die meisten kennen nur Supermarkt /deren? Preise.....und wissen nicht, dass am Anfang dieses einen oder andren Produkts ein Mensch/ ein Tier steht.............ein individuelles Leben / ein „ Schicksal“ .............
Schlimm finde ich nur, dass „ offizielle“ Stellen ( wie hier z.B. die Bäckerinnung Bayern ) nicht „ aufklärt“..........sondern nur „schürt“ – fehl-leitet!? Wem wollen diese „ Herrschaften“? denn überhaupt gerecht werden ?? Bestimmt nicht dem „? Handwerk als solchem“? Denn? dies ist inzwischen absolut rationalisiert/ industrialisiert ....zum „ Vergessen“......zum „ Kotzen“ schlichtweg .........verdammt !
LG
Uli
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27.03.2009, 04:58
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.03.2009, 19:11 von Bolek.)
Zitat:Unabhängig jedweder „politischen Fraktion“ ( egal, ob Wessi / Ossi - kapitalistisch/ kommunistisch )
Mein Gott, Uli, wie kommst du denn wieder darauf? Meinst etwa, ich wollte den "konsumistischen Wahn" durch den "kommunistischen Wahn" ersetzen? Das hieße, den Teufel mit Beelzebub austreiben.
Ich habe den Bäcker meiner Heimatstadt erwähnt. Ein Familienbetrieb seit 1926. Das DDR-Regime hat die privaten Kleinunternehmer nicht gerade gefördert. Viele mussten irgendwann aufgeben. Wenn ich unseren Bäcker lobe, dann lobe ich doch damit nicht die DDR, sondern die traditionelle Backkultur. Nach 1989 konnte dieser Bäcker in der Region expandieren, ist aber immer bodenständig geblieben und achtet auf die Qualität seiner Backwaren. Auch damit kann man Erfolg haben. Darauf wollte ich hinweisen.
Zitat:–im Westen wie im ( ehemaligen) Osten
Ehemalig? Hmm, der Himmel hat immer noch 4 Richtungen. Wenn du mal von Bayern nach Böhmen schaust, dann stellst du fest, der "ehemalige" Osten liegt immer noch im Osten. - Na gut, die Thüringer sind jetzt für dich "Nordlichter".
Zitat:Fürth hat nun wirklich keinen \"Münchner Speckgürtel\"
Ist Nürnberg nicht ein Vorort von Fürth? (Übrigens: auch im Osten ;D)
Zitat:( Zur Beruhigung: unser „ Wessi- Bäcker“ macht dieses Spiel absolut nicht mit.....)
Das beruhigt mich wirklich. Vernünftige Menschen gibt es eben überall, leider zu wenig.
Zitat:Eine „ Rückbesinnung“ auf ältere Zeiten ( auch hier wieder völlig „wurscht“, ob Ost oder West!!!!) , wo Nahrungsmittel noch als solche angesehen wurden – das wäre doch vielleicht eine Option!
Na, da sind wir uns doch einig.
Bolek
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:o Hui Bolek!
Dies` mal meinte ich wirklich , dass es auf den „xunden Menschenverstand“ und nicht auf geographische oder politische „Zugehörigkeit“ ankommt.......... : 
Und „gute / kleine“ Bäcker haben es auch bei uns schwer – und so mancher wird wohl „aufgeben“.
http://www.lebensmittelallergie.info/ind...topic=90.0
Zitat:Ist Nürnberg nicht ein Vorort von Fürth? (Übrigens: auch im Osten? )
;D? Das war jetzt „der Lacher“ des Tages........sag` das nur nicht einem Nürnberger!*kicher*?
Lieber Gruß
Uli
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Ojeh, Uli,
manchmal schreibe ich vielleicht ein bisschen viel. :
meine beiden obigen Beiträge habe ich nochmal korrigiert. Ich hoffe mal, dass es jetzt so geht.
Beim "Rückbesinnen auf ältere Zeiten" (der Teilung) fällt es mir allerdings schon schwer, mich "gesamtdeutsch" zu erinnern.
Naja, und zu unseren östlichen Nachbarn besteht für mich keine Sprachbarriere, und da bin ich - kulturgeografisch - schon ziemlich ostorientiert.
In der Beziehung bin ich allerdings alles andere als ein "typischer Ossi". Dass du dir da von deinen - nun nördlichen - Nachbarn, nur ja keine falschen Vorstellungen machst.
Einigen wir uns mal auf den "xunden Menschenverstand".
Lieber Gruß aus dem ... ähm ... vielleicht sag ich mal ...
Nordosten (? ..... so als Kompromiss?)
Bolek
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Zitat:also in meinem Bioladen, der von mehreren regionalen Bäckern beliefert wird, i
st das Backwarenregal kurz vor oder auch nach Ladenschluss meist recht, manchmal ganz leergefegt.
Bei mir im Norden genauso, allerdings nicht nur der Bio-Laden, sondern auch
die "normalen" Bäckereien haben dann nur noch vereinzelt was stehen...
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