09.04.2005, 08:42
Ernährung
Die dicken Kinder von London
Von Sebastian Borger, London
20. März 2005
Jamie Oliver schüttelt schweigend den Kopf. Wer die Fernsehsendungen kennt, in denen der 29 Jahre alte britische Star-Koch seine Kunst zeigt, weiß, wie selten solche Momente sind. Oliver kann alles, und am liebsten macht er alles gleichzeitig: singen, fluchen, streiten, während er eine Tomatensauce zusammenrührt oder einen Braten anschneidet. Aber schweigen?
Selten ist es Oliver passiert, daß jemand seine Kost nicht mag, ja vehement ablehnt. Nun hat er für die Jugendlichen der Kidbrooke-Gesamtschule in Londons Südosten gekocht - und das kaum je Dagewesene tritt massenhaft ein: Die Kreationen des Tausendsassas landen dutzendfach im Mülleimer, Schüler organisieren Anti-Oliver-Demos. Das macht den telegenen Küchenchef sprachlos.
Weiterlesen? http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B...ntent.html
( = Wasser auf Hans-Ulrich Grimms Mühlen!!!!)
Dazu "passt" die folgende Meldung aus dem Ärzteblatt vom 17. 3. 2005
Medizin
Übergewicht bei Kindern verkürzt Lebenserwartung
BOSTON. Das zunehmende Übergewicht bei Kindern könnte dazu führen, dass die heranwachsende Generation eine kürzere Lebenserwartung haben werde als ihre Eltern. Diese Prognose geben amerikanische Wissenschaftler im New England Journal of Medicine ab. Sie wird jedoch nicht von allen Experten geteilt.
Vor zwei Jahren hatte die Gruppe um David Allison von der Universität von Alabama in Birmingham im amerikanischen Ärzteblatt vorgerechnet, wie das Übergewicht die Lebenserwartung einzelner Menschen reduzieren kann (JAMA 2003; 289: 187-193). Im Extremfall, bei einem Bodymass-Index über 45 im Alter von 20 Jahren, verkürze die Fettsucht die Lebenszeit um fünf (Frauen) bis 20 Jahre (Männer), meinten die Forscher.
Ursachen sind eine höhere Inzidenz von Typ-2-Diabetes, Hypertension und anderen Zivilisationserkrankungen bei extrem übergewichtigen Menschen, wie man sie vor allem in Rand- und Unterschichten der US-Gesellschaft findet. Aber auch in Deutschland ist das Phänomen nicht mehr völlig ungekannt. Jetzt behauptet Jay Olshansky von der Universität Chicago, dass das epidemische Übergewicht die Lebenserwartung der US-Bevölkerung bereits heute um vier bis neun Monate verkürzt habe. Wenn sich die Entwicklung fortsetze, gingen durch das Übergewicht in den nächsten Jahrzehnten zwei bis fünf Lebensjahre verloren.
Bereits jetzt sei eine Stagnation erkennbar, schreiben Olshansky und Mitarbeiter (NEJM 2005; 352: 1138-1145). In den letzten 20 Jahren sei die Lebenserwartung von 65-Jährigen nicht mehr angestiegen. Neben dem Übergewicht gebe es weitere Bedrohungen. Auch die Zunahme resistenter Krankheitserreger oder eine schwere Grippe-Pandemie könnten zu einer Reduktion der Lebenserwartung in der Bevölkerung führen.
Dem mag Samuel Preston von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia so nicht beipflichten (NEJM 2005; 352: 1135-7). Es gäbe durchaus auch Argumente für einen weiteren Anstieg der Lebenserwartung. Dazu zählt der Demograph die gesunkene Zahl der Raucher und das Cholesterinbewusstsein der US-Amerikaner. Auch die Zahl der Verkehrstoten sei in den letzten Jahrzehnten gesunken. Schließlich könnte sich eine bessere Ausbildung der Bevölkerung positiv auswirken.
In diesem Zusammenhang macht Preston auf eine interessante Studie aufmerksam, die im letzten Jahr in Population and Development Review (2004; 30: 625-646) erschienen ist. Danach haben US-Amerikaner mit einem College-Abschluss eine um 7,1 Jahre (Männer) beziehungsweise um 4,2 Jahre (Frauen) höhere Lebenserwartung als US-Amerikaner mit einem niedrigeren Bildungsniveau./rme
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=19525
Nicht soooo ganz „passend“ ist folgende Kurzmeldung aus der heutigen Tageszeitung:
EU-Bevölkerung altert
Eine immer ältere Bevölkerung und weniger Erwerbstätige erhöhen nach Einschätzung der EU-Kommission den Druck auf die EU-Staaten zur Reform der Rentensysteme.
Bis 2050 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in der EU nach Einschätzung des EU-Statistikamtes um 17% auf 255 Millionen abnehmen. Zugleich werde sich der Anteil der Rentner über 65 Jahren auf 134 Millionen fast verdoppeln.“ Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren“, sagte die Sprecherin von EU-Währungskommisaar Joaquin Almunia. (rtr)
Diese „Zahlenspiele“ sind ja recht interessant – und Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall!
Nur : in der o.g. Form???
Eine Frage drängt sich einem doch unweigerlich auf, ob denn die im „erwerbsfähigen Alter“ auch gesund sein werden um einem „Erwerb“ nachzugehen?
Man >>darf eigentlich wirklich keine Zeit mehr verlieren<<
Nachdenkliche Grüße
Uli
Die dicken Kinder von London
Von Sebastian Borger, London
20. März 2005
Jamie Oliver schüttelt schweigend den Kopf. Wer die Fernsehsendungen kennt, in denen der 29 Jahre alte britische Star-Koch seine Kunst zeigt, weiß, wie selten solche Momente sind. Oliver kann alles, und am liebsten macht er alles gleichzeitig: singen, fluchen, streiten, während er eine Tomatensauce zusammenrührt oder einen Braten anschneidet. Aber schweigen?
Selten ist es Oliver passiert, daß jemand seine Kost nicht mag, ja vehement ablehnt. Nun hat er für die Jugendlichen der Kidbrooke-Gesamtschule in Londons Südosten gekocht - und das kaum je Dagewesene tritt massenhaft ein: Die Kreationen des Tausendsassas landen dutzendfach im Mülleimer, Schüler organisieren Anti-Oliver-Demos. Das macht den telegenen Küchenchef sprachlos.
Weiterlesen? http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B...ntent.html
( = Wasser auf Hans-Ulrich Grimms Mühlen!!!!)
Dazu "passt" die folgende Meldung aus dem Ärzteblatt vom 17. 3. 2005
Medizin
Übergewicht bei Kindern verkürzt Lebenserwartung
BOSTON. Das zunehmende Übergewicht bei Kindern könnte dazu führen, dass die heranwachsende Generation eine kürzere Lebenserwartung haben werde als ihre Eltern. Diese Prognose geben amerikanische Wissenschaftler im New England Journal of Medicine ab. Sie wird jedoch nicht von allen Experten geteilt.
Vor zwei Jahren hatte die Gruppe um David Allison von der Universität von Alabama in Birmingham im amerikanischen Ärzteblatt vorgerechnet, wie das Übergewicht die Lebenserwartung einzelner Menschen reduzieren kann (JAMA 2003; 289: 187-193). Im Extremfall, bei einem Bodymass-Index über 45 im Alter von 20 Jahren, verkürze die Fettsucht die Lebenszeit um fünf (Frauen) bis 20 Jahre (Männer), meinten die Forscher.
Ursachen sind eine höhere Inzidenz von Typ-2-Diabetes, Hypertension und anderen Zivilisationserkrankungen bei extrem übergewichtigen Menschen, wie man sie vor allem in Rand- und Unterschichten der US-Gesellschaft findet. Aber auch in Deutschland ist das Phänomen nicht mehr völlig ungekannt. Jetzt behauptet Jay Olshansky von der Universität Chicago, dass das epidemische Übergewicht die Lebenserwartung der US-Bevölkerung bereits heute um vier bis neun Monate verkürzt habe. Wenn sich die Entwicklung fortsetze, gingen durch das Übergewicht in den nächsten Jahrzehnten zwei bis fünf Lebensjahre verloren.
Bereits jetzt sei eine Stagnation erkennbar, schreiben Olshansky und Mitarbeiter (NEJM 2005; 352: 1138-1145). In den letzten 20 Jahren sei die Lebenserwartung von 65-Jährigen nicht mehr angestiegen. Neben dem Übergewicht gebe es weitere Bedrohungen. Auch die Zunahme resistenter Krankheitserreger oder eine schwere Grippe-Pandemie könnten zu einer Reduktion der Lebenserwartung in der Bevölkerung führen.
Dem mag Samuel Preston von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia so nicht beipflichten (NEJM 2005; 352: 1135-7). Es gäbe durchaus auch Argumente für einen weiteren Anstieg der Lebenserwartung. Dazu zählt der Demograph die gesunkene Zahl der Raucher und das Cholesterinbewusstsein der US-Amerikaner. Auch die Zahl der Verkehrstoten sei in den letzten Jahrzehnten gesunken. Schließlich könnte sich eine bessere Ausbildung der Bevölkerung positiv auswirken.
In diesem Zusammenhang macht Preston auf eine interessante Studie aufmerksam, die im letzten Jahr in Population and Development Review (2004; 30: 625-646) erschienen ist. Danach haben US-Amerikaner mit einem College-Abschluss eine um 7,1 Jahre (Männer) beziehungsweise um 4,2 Jahre (Frauen) höhere Lebenserwartung als US-Amerikaner mit einem niedrigeren Bildungsniveau./rme
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=19525
Nicht soooo ganz „passend“ ist folgende Kurzmeldung aus der heutigen Tageszeitung:
EU-Bevölkerung altert
Eine immer ältere Bevölkerung und weniger Erwerbstätige erhöhen nach Einschätzung der EU-Kommission den Druck auf die EU-Staaten zur Reform der Rentensysteme.
Bis 2050 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in der EU nach Einschätzung des EU-Statistikamtes um 17% auf 255 Millionen abnehmen. Zugleich werde sich der Anteil der Rentner über 65 Jahren auf 134 Millionen fast verdoppeln.“ Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren“, sagte die Sprecherin von EU-Währungskommisaar Joaquin Almunia. (rtr)
Diese „Zahlenspiele“ sind ja recht interessant – und Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall!
Nur : in der o.g. Form???
Eine Frage drängt sich einem doch unweigerlich auf, ob denn die im „erwerbsfähigen Alter“ auch gesund sein werden um einem „Erwerb“ nachzugehen?
Man >>darf eigentlich wirklich keine Zeit mehr verlieren<<
Nachdenkliche Grüße
Uli