21.02.2006, 23:02
Kosten ernährungsbedingter Erkrankungen gestiegen
Dienstag, 21. Februar 2006
Brüssel - Auf schätzungsweise 70 Milliarden Euro jährlich belaufen sich in Deutschland die Kosten aufgrund ernährungsbedingter Erkrankungen, betonte Ministerialdirigent Dr. Manfred Lückemeyer aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Brüssel. Daher sei begrüßenswert, dass sich beispielsweise die europäischen Softdrink-Hersteller freiwillig dazu verpflichtet haben, Kinder nicht mehr gezielt zu bewerben.
Aus Einschulungsuntersuchungen gehe hervor, dass die Zahl übergewichtiger oder adipöser Kinder in den letzten 15 Jahren um das Zwei- bis Dreifache zugenommen hat, sagte der Vorsitzende der bundesdeutschen Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb), Professor Dr. Manfred Harms. „Derzeit leiden im gesamten Bundesgebiet bereits etwa eine Million Kinder und Jugendliche an Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit“, so der Pädiater.
Das Problem sei die Erfolglosigkeit vieler Therapien. Dies liege zum einen an der mangelnden Bereitschaft, etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu tun. „Zum anderen muss bereits im Vorschulalter mit primärpräventiven Maßnahmen begonnen werden, wenn wir das Übel bei der Wurzel packen wollen“, betonte Harms. Entscheidend sei ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz, der neben der individuellen Veranlagung auch die Faktoren sozialer Status und Lebensstil berücksichtige.
Auch auf europäischer Ebene sind Bemühungen zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung erkennbar. Paula Pinho, Mitglied des Kabinetts von Gesundheitskommissar Markos Kyprianou, verwies darauf, dass die EU-Kommission aufbauend auf den Ergebnissen eines noch bis Mitte März andauernden Konsultationsprozesses zusammen mit den EU-Ländern eine gemeinschaftliche Strategie für dieses Themenfeld entwickeln will. „Änderungen des Verhaltens mit gesetzgeberischen Maßnahmen erzwingen zu wollen, wäre allerdings der falsche Ansatz“, unterstrich Pinho. Nur wenn Politik, Gesellschaft und Industrie an einem Strang zögen, sei es möglich, das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. /ps
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=23184
Uli
Dienstag, 21. Februar 2006
Brüssel - Auf schätzungsweise 70 Milliarden Euro jährlich belaufen sich in Deutschland die Kosten aufgrund ernährungsbedingter Erkrankungen, betonte Ministerialdirigent Dr. Manfred Lückemeyer aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Brüssel. Daher sei begrüßenswert, dass sich beispielsweise die europäischen Softdrink-Hersteller freiwillig dazu verpflichtet haben, Kinder nicht mehr gezielt zu bewerben.
Aus Einschulungsuntersuchungen gehe hervor, dass die Zahl übergewichtiger oder adipöser Kinder in den letzten 15 Jahren um das Zwei- bis Dreifache zugenommen hat, sagte der Vorsitzende der bundesdeutschen Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb), Professor Dr. Manfred Harms. „Derzeit leiden im gesamten Bundesgebiet bereits etwa eine Million Kinder und Jugendliche an Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit“, so der Pädiater.
Das Problem sei die Erfolglosigkeit vieler Therapien. Dies liege zum einen an der mangelnden Bereitschaft, etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu tun. „Zum anderen muss bereits im Vorschulalter mit primärpräventiven Maßnahmen begonnen werden, wenn wir das Übel bei der Wurzel packen wollen“, betonte Harms. Entscheidend sei ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz, der neben der individuellen Veranlagung auch die Faktoren sozialer Status und Lebensstil berücksichtige.
Auch auf europäischer Ebene sind Bemühungen zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung erkennbar. Paula Pinho, Mitglied des Kabinetts von Gesundheitskommissar Markos Kyprianou, verwies darauf, dass die EU-Kommission aufbauend auf den Ergebnissen eines noch bis Mitte März andauernden Konsultationsprozesses zusammen mit den EU-Ländern eine gemeinschaftliche Strategie für dieses Themenfeld entwickeln will. „Änderungen des Verhaltens mit gesetzgeberischen Maßnahmen erzwingen zu wollen, wäre allerdings der falsche Ansatz“, unterstrich Pinho. Nur wenn Politik, Gesellschaft und Industrie an einem Strang zögen, sei es möglich, das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. /ps
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=23184
Uli