03.03.2006, 07:34
SPIEGEL ONLINE - 02. März 2006, 16:46
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...92,00.html
Brandrede
US-Behördenchef vergleicht Fettsucht mit Terror
Die epidemieartige Ausbreitung des Übergewichts in den USA führt inzwischen zu drastischen Einschätzungen. Der Leiter der US-Gesundheitsbehörden hat Fettsucht jetzt als "Terror im Innern" bezeichnet, der schlimmer sei als die Anschläge vom 11. September 2001.
Wenn Appelle an Gesundheit-, Schönheits- und Fitnessbewusstsein nicht mehr helfen, wirkt vielleicht nur noch eines: die Beschwörung des Terrors. Dieses Motto machte sich jetzt Richard Carmona zu eigen, "Surgeon General" der USA und damit Leiter der US-Gesundheitsbehörden: "Fettleibigkeit ist der Terror im Innern", rief Carmona am gestrigen Mittwoch den Zuhörern seines Vortrags an der University of South Carolina zu. "Wenn wir nichts dagegen tun, wird das Ausmaß des Problems die Anschläge des 11. Septembers und alle anderen Terrorakte in den Schatten stellen."
Carmona prangerte insbesondere die Fresssucht des Nachwuchses an. Unter Kindern und Jugendlichen habe sich der Anteil der Fettleibigen in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht, sagte der Mediziner im Rang eines Vizeadmirals.
Berufsbedingt treibt ihn eine Frage offenbar besonders um: "Wo werden wir unsere Soldaten und Seeleute und Flieger herbekommen?", fragte Carmona sein Publikum. "Wo werden wir unsere Polizisten und Feuerwehrleute finden, wenn die heutigen Kids vor der Prognose stehen, dass sie fettleibig und im Erwachsenenalter herzkrank und anfälliger für Krebs und eine ganze Reihe anderer Krankheiten werden?"
Aber bis 85 arbeiten sollen – weil ja alle älter und gesünder seien....... ?( ?( X( X( ?(
Die Antworten blieb Carmona schuldig. Vielmehr ließ er eine gewisse Resignation erkennen. Nur eine tiefgehende Verhaltensänderung könne die Fettleibigkeitsquote in den USA senken. "Aber zu viele Amerikaner sind Gesundheits-Analphabeten", meint Carmona. "Sie sind nicht in der Lage, medizinische Begriffe und Anweisungen ihrer Ärzte zu verstehen." Die Politik jedenfalls könne da nicht helfen: "Entscheidungen des gesunden Menschenverstandes kann man nicht per Gesetz verordnen."
mbe/AP
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...92,00.html
Brandrede
US-Behördenchef vergleicht Fettsucht mit Terror
Die epidemieartige Ausbreitung des Übergewichts in den USA führt inzwischen zu drastischen Einschätzungen. Der Leiter der US-Gesundheitsbehörden hat Fettsucht jetzt als "Terror im Innern" bezeichnet, der schlimmer sei als die Anschläge vom 11. September 2001.
Wenn Appelle an Gesundheit-, Schönheits- und Fitnessbewusstsein nicht mehr helfen, wirkt vielleicht nur noch eines: die Beschwörung des Terrors. Dieses Motto machte sich jetzt Richard Carmona zu eigen, "Surgeon General" der USA und damit Leiter der US-Gesundheitsbehörden: "Fettleibigkeit ist der Terror im Innern", rief Carmona am gestrigen Mittwoch den Zuhörern seines Vortrags an der University of South Carolina zu. "Wenn wir nichts dagegen tun, wird das Ausmaß des Problems die Anschläge des 11. Septembers und alle anderen Terrorakte in den Schatten stellen."
Carmona prangerte insbesondere die Fresssucht des Nachwuchses an. Unter Kindern und Jugendlichen habe sich der Anteil der Fettleibigen in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht, sagte der Mediziner im Rang eines Vizeadmirals.
Berufsbedingt treibt ihn eine Frage offenbar besonders um: "Wo werden wir unsere Soldaten und Seeleute und Flieger herbekommen?", fragte Carmona sein Publikum. "Wo werden wir unsere Polizisten und Feuerwehrleute finden, wenn die heutigen Kids vor der Prognose stehen, dass sie fettleibig und im Erwachsenenalter herzkrank und anfälliger für Krebs und eine ganze Reihe anderer Krankheiten werden?"
Aber bis 85 arbeiten sollen – weil ja alle älter und gesünder seien....... ?( ?( X( X( ?(
Die Antworten blieb Carmona schuldig. Vielmehr ließ er eine gewisse Resignation erkennen. Nur eine tiefgehende Verhaltensänderung könne die Fettleibigkeitsquote in den USA senken. "Aber zu viele Amerikaner sind Gesundheits-Analphabeten", meint Carmona. "Sie sind nicht in der Lage, medizinische Begriffe und Anweisungen ihrer Ärzte zu verstehen." Die Politik jedenfalls könne da nicht helfen: "Entscheidungen des gesunden Menschenverstandes kann man nicht per Gesetz verordnen."
mbe/AP