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Zöliakiediagnostik
#1
Diagnostik der Zöliakie / Glutenenteropathie / Sprue

Zitat:Wie wird die Diagnose gestellt?

Ein Bluttest auf die Antikörper Transglutaminase-Antikörper, Endomysium-Antikörper und Gliadin-Antikörper gibt den ersten wichtigen Hinweis auf eine Zöliakie/Sprue.

Die endgültigen Absicherung der Diagnose erfolgt durch eine Dünndarmbiopsie .

Die heute übliche endoskopische Dünndarmbiopsie ist ungefährlich und dauert nicht länger als 10 - 15 Minuten. Dabei wird eine Kamerasonde über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm geschoben. Mehrere Gewebeproben werden entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht.

Der Antikörpertest kann eine Dünndarmbiopsie nicht ersetzen. Vor allem bei Kindern ist die sichere Diagnose durch die Dünndarmbiopsie wichtig, da sie bei positiver Diagnose ihr Leben lang glutenfrei essen müssen.

Ein Stuhltest ermöglicht keine zuverlässige und sichere Diagnose.


Quelle: http://www.dzg-online.de/index.php?id=21)=de

Zitat:Antikörperbestimmungen

Die Bedeutung der Antikörperbestimmung für die Diagnose der Zöliakie/Sprue ist heute sehr hoch. Sie wird vor allem für die Erstdiagnose bei Verdacht auf Zöliakie/Sprue eingesetzt oder als Screening-Test, um in Familien von Zöliakie/Sprue-Patienten nach möglichen weiteren Betroffenen zu suchen.

Ein negativer Antikörper-Test schließt das Vorliegen einer Zölaikie/Sprue mit relativ großer Sicherheit aus. Wichtig ist dabei, dass durch die Bestimmung von Immunglobulin A (IgA) ein IgA-Mangel ausgeschlossen wird. Bei einem IgA-Mangel können die IgA-Antikörpertests nicht verwendet werden, da sie in der Regel selbst bei einem Vollbild einer Zöliakie/Sprue ein negatives Ergebnis bringen .

(Zusätzlich oder alternativ zu den IgA-Antikörperbestimmungen können IgG-Antikörperbestimmungen (Gliadin-, Endomysium-, Transglutaminase-Ak) durchgeführt werden (Anm.: L))

Bei Verdacht auf eine Zöliakie/Sprue muss die Diagnose durch eine endoskopische Biopsie aus dem unterem Zwölffingerdarm gesichert werden.

Folgende Kombinationen von Antikörpertest und Biopsie sind denkbar:

Transglutaminase/Gliadin- AK positiv, Biopsie mit Zottenschwund: Diagnose Zöliakie/Sprue sicher

Transglutaminase/Gliadin-AK negativ, Biopsie mit Zottenschwund: IgA-Mangel möglich oder andere Ursache des Zottenschwunds

Transglutaminase/Gliadin-AK positiv, Biopsie normal: Latente Zöliakie/Sprue möglich oder Glutenüberempfindlichkeit

Transglutaminase/Gliadin-AK negativ, Biospie normal: Zöliakie ausgeschlossen


Quelle: http://www.dzg-online.de/index.php?id=121)=de

Zitat:Klassifizierung der Zöliakie nach Marsh

Die Entstehung des typischen Schleimhautbildes bei Zöliakie/Sprue ist eine kontinuierliche Entwicklung. Sie geht von der Vermehrung der intraepithelialen Lymphozyten (IEL) bei regelgerechtem Schleimhautaufbau hin bis zur kompletten Abflachung des Schleimhautreliefs . Der britische Pathologe Michael N. Marsh hat diese Übergänge der Schleimhautabflachung klassifiziert. Die verschiedenen Kategorien dienen zur Einteilung des Schweregrades der Schleimhautläsion.

• Typ 0: IEL < 40, Krypten normal, Zotten normal

• Typ 1: IEL > 40, Krypten normal, Zotten normal

• Typ 2: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten normal

• Typ 3a: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten leicht verkürzt

• Typ 3b: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten stark verkürzt

• Typ 3c: IEL > 40, Krypten hyperplastisch, Zotten fehlen ganz

Für eine Diagnose der Zöliakie/Sprue ist zumindest eine Veränderung der Schleimhaut nach Typ 2 notwendig.

(Aber: Es gibt - wie inzwischen bekannt ist - ein breites Spektrum atypischer Zöliakieformen : Bei diesen kommt es u.U. zu eine geringfügigeren IEL-Vermehrung und/oder nicht zur typischen Zottenatrophie! - Die Diagnostik muß in solchen nicht-\"klassischen\" Fällen wesentlich differenzierter und umfassender ausfallen !!! (Anm.: L.))

Erläuterungen

IEL: weiße Blutkörperchen in der obersten Deckschicht der Schleimhaut
Krypten: Schleimhautvertiefungen
Zotten: Schleimhautfalten
hyperplastisch: verlängert


Quelle: http://www.dzg-online.de/index.php?id=132)=de

Serologische und bioptische Zöliakiediagnostik macht nur Sinn, solange Glutenexposition besteht. Nach Gluten-Karenz können (und müssen iregndwann)sämtliche Untersuchungen bzgl. Zöliakie negativ ausfallen. Antikörperbestimmungen, Dünndarmspiegelungen zur Schleimhautbeurteilung und Biopsatuntersuchungen nach Marsh dienen bei Zöliakie-PatientInnen nach der Diagnosestellung und verordneter Glutenkarenz lediglich der Überprüfung der Entwicklung nach Karenz bzw. der Compliance (Anm.: L.).

Zitat:Genetische Veranlagung

Zöliakie/Sprue und Dermatitis herpetiformis Duhring zählen zu den Autoimmunerkrankungen.

90 % der Patienten haben das Gen HLA-DQ 2, das die Oberflächeneigenschaft bestimmter Zellen bestimmt. Die restlichen Patienten haben das Gen HLA-DQ8 . Das HLA gen sitzt auf Chromosom 6.

Insgesamt sind 15 - 30 % der Normalbevölkerung HLA-DQ2 positiv. Welche Faktoren zur Entsteheung einer Zöliakie/Sprue führen, wird noch erforscht.

Familienangehörige ersten Grades eines Zöliakie/Sprue-Patienten haben ein 10-fach höheres Risiko als die Normalbevölkerung, an einer Zöliakie/Sprue zu erkranken.

Nach der Diagnose eines Zöliakie/Sprue-Patienten empfiehlt sich eine Blutuntersuchung auf Antikörper bei den Familienangehörigen ersten Grades, um möglicherweise Betroffene mit einer \"stillen\" Zöliakie/Sprue herauszufinden.


Quelle: http://www.dzg-online.de/index.php?id=126)=de

HLA-Typisierungen können bei entsprechendem Ergebnis Hinweise auf, jedoch keine Beweise für das Bestehen einer Sprue / Zöliakie liefern ! (Anm.: L.)

Fortsetzung siehe nächster Beitrag!
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Nachrichten in diesem Thema
Zöliakiediagnostik - von Lena - 27.08.2006, 20:22
Zöliakiediagnostik - von Lena - 27.08.2006, 20:31
Zöliakiediagnostik - von Lena - 27.08.2006, 20:33

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